Familienfreundlichkeit zum Nachlesen
15.03.2009
von 00:00 bis 00:00 „58% der Tiroler Familien leben derzeit in alternativen Familienformen. Dazu gehören AlleinerzieherInnen genauso wie Patchworkfamilien und Lebensgemeinschaften. Bis zum Jahr 2050 steigt dieser Anteil auf 70%. Die klassische Familie „Vater, Mutter, Kind“ ist rückläufig“, berichtet Mag.a Gerlinde Braumiller, Projektleiterin am Zukunftszentrum. Aufgrund einer Studie des Zukunftszentrum Tirol wurde das Projekt „WIR.K.UN.G“ (Wirtschaft, Kinder und Gemeinden) ins Leben gerufen. „WIR.K.UN.G“ hat die Gemeinden familienfreundlicher gemacht und die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie optimiert. Die Ergebnisse und Erfahrungen sind in einem Handbuch gebündelt und werden an alle Tiroler Gemeinden versendet:
Stellvertretend für die Gemeinden Baumkirchen, Seefeld, Neustift, Kaltenbach, Sistrans, Weer, Weerberg, Pill, Kolsass, stand Ferdinand Angerer, Bürgermeister der Gemeinde Weerberg, Rede und Antwort. „Das Zukunftszentrum hat uns geholfen, das Kirchturmdenken in den Gemeinden zu mildern. Heute arbeiten wir mit anderen Gemeinden zusammen. Unsere Gemeinde profitiert absolut von den Neuerungen. Die Leute fühlen sich wohler und identifizieren sich mehr mit der Gemeinde“, sagt Angerer. Die logische Konsequenz dieses Erfolges ist ein Nachfolgeprojekt „Miteinander Füreinander“. Eine kostenlose Unterstützung des Zukunftszentrum Tirol für Gemeinden, um die Familien und das Zusammenleben im Ort zu stärken. „Eines der wichtigsten Themen unserer Zukunft ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sind wir gefordert, füreinander da zu sein, aktiv Nachbarschaftshilfe zu leisten. Im kommunalen Bereich ist es möglich, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Björn Ludwig, Geschäftsführer Zukunftszentrum Tirol. Die Zahlen der Frauenerwerbsquote in Tirol unterstreichen diesen Bedarf: 1/3 aller berufstätigen Tiroler Mütter verdienen € 1.000,- brutto monatlich. Zu den „Besserverdienerinnen zählt Frau in Tirol ab einem Brutto-Jahreseinkommen von € 21.000,-. Zu bemerken ist, dass nur 1 von 10 Besserverdienerinnen ein Kind bekommt!, sagt Ludwig. Ein familienfreundliches Umfeld sowie Rahmenbedingungen, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientieren, erhöhen die Erwerbsfähigkeit. „Die Erwerbsfähigkeit der Familien hat eine positive Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde“, sagt Braumiller. Kein Wunder, dass Bürgermeister Angerer Weerberg zur „Familienfreundlichste Berggemeinde Tirols“ machen will. Weitere Infos zum Thema familienfreundliche Gemeindepolitik lesen sie auf www.beruf-und-familie.org |


